Gesellschaftswissenschaftliches Lernen heißt vielfältiges Lernen

Geschichte

Politik

Geographie

Ethik

Philsophie

Sozialwissenschaften

bilden einen Lernbereich.

Fachliche Arbeit als Basis des gesellschaftswissenschaftlichen Lernens

Der gesellschaftswissenschaftliche Lernbereich am Beethoven-Gymnasium umfasst 5 Fächer, in denen unsere SchülerInnen und Schüler mindestens 5 bis 6 Unterrichtsstunden pro Woche lernen. Die Unterrichtsfächer Geschichte, Politik, Geographie und Ethik haben jeweils ihren eigenen Platz im Stundenplan. Dadurch können fachspezifische Kompetenzen entwickelt und Themen bearbeitet werden. Jedoch ermöglichen die neuen Rahmenlehrpläne auch das fachübergreifende Bearbeiten von Themen, so dass Themenfelder wie Migration oder Europa aus den unterschiedlichen Fachrichtungen in den Blick genommen werden. Nicht selten lösen sich dabei Fächergrenzen auf und im projektorientierten Unterricht entstehen anspruchsvolle Lernprodukte.

Durch unsere sprachlichen Profile ist es auch möglich, die geographische Perspektive in französischer oder englischer Sprache einzunehmen (bilingualer Unterricht), für Englisch ist das zum Teil auch in Geschichte möglich.

Jugendliche, die das fachübergreifende Erarbeiten aktueller Problemfelder anspricht, können in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach Gesellschaftswissenschaften (Gewi) belegen. Ein Schuljahr später bieten die Profilkurse in Geschichte, Politik und Geographie vertiefende Einblicke in Fachunterricht, den die Schüler bereits kennen, auch damit sie bei der Wahl des richtigen Leistungskurses unterstützt werden. Die Wahlfächer Philosophie und Sozialwissenschaften (Sowi) geben Einblicke, damit bei Interesse beide Fächer in der Oberstufe als Grundkurs fortgeführt werden können.

Regelmäßige Projekttage und zusätzliche Lernangebote

Über die Lehrplanvorgaben hinaus haben sich in den vergangenen Jahren an unserer Schule weitere Lernmöglichkeiten etabliert. Zum Teil sind diese an bestimmte Ereignisse gebunden und finden jedes Jahr auf ähnliche Weise statt, so z.B. wenn beim Anti-Rassismus-Tag (27.1.) und beim Demokratietag der gesamte 9. Jahrgang mit prominenten Gästen aus Gesellschaft, Medien und Politik diskutiert oder im 8. Jahrgang beim Jugend debattiert!-Trainingstag Debattenkultur geübt wird. Wer Interesse an der Auseinandersetzung um das bessere Argument hat, kann über seine gesamte Schulzeit am Beethoven-Gymnasium die Jugend-Debattiert!-Arbeitsgemeinschaft besuchen und sogar an regionalen Wettbewerben teilnehmen. Andere Projekte, wie die U18-Wahlen, gibt es immer zu entsprechenden Anlässen auf europäischer, nationaler und landesweiter Ebene. Und über die Teilnahme an Wettbewerben, wie dem der Bundeszentrale für politische Bildung, können Lerngruppen mit ihrer Lehrkraft entscheiden.

Im Geschichtsunterricht der 9. und 10. Klassen wird häufig ein außerschulischer Lernort besucht. Oft ist die Gedenkstätte Sachsenhausen das Ziel. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, besteht seit 2018 für interessierte SchülerInnen des 12. Jahrgangs die Möglichkeit, an einer Führung im Konzentrations- und Vernichtungslager Oświęcim (Auschwitz/Birkenau) teilzunehmen.

Die Oberstufe führt am Beethoven-Gymnasium viele in der Mittelstufe begonnene Lerninhalte weiter und vertieft diese in sogenannten Zusatzgrundkursen, deren Benotungen auch in die Qualifikation zum Abitur eingebracht werden können. Schwerpunkte sind Verbraucherschutz, Politik und Wirtschaft, Angewandte Rhetorik und ein Kurs mit dem regionalen Schwerpunkt Afrika.

Herausforderung Digitalisierung und Medienerziehung

Durch umfangreiche Fördermittel aus dem Berliner E-Education Masterplan konnten schon Ende der 2000er Jahre viele technische Hilfsmittel, wie Laptops und interaktive Whiteboards, angeschafft werden, die nun seit vielen Jahren zum Unterrichtsalltag gehören und intensiv eingesetzt werden. Unsere neuen didaktischen Herausforderungen sind die Förderung des gemeinsamen Lernens mit Unterstützung digitaler Endgeräte (Smartphones, Tablets) und Apps. Erste Versuche zum Lernen durch Gamification (mit dem Computerspiel Valiant Hearts) und die Vernetzung mit Schülern anderer Schulen im Rahmen von Podiumsdiskussionen haben bereits erfolgreich stattgefunden. Auch Fortbildungen für Lehrkräfte zur Binnendifferenzierung durch QR-Codes und zum Einsatz von Smartphones im Unterricht gab es schon. Der regelmäßige Einsatz von Tablets ist ab dem Schuljahr 2019/20 geplant.

Trotz dieser innovativen Entwicklungen bleibt besonders für Lehrkräfte der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer die Frage nach dem Umgang mit einer sich rasant verändernden Medienlandschaft und Nutzungskultur. Wie ermöglichen wir Heranwachsenden Perspektivwechsel? Welche Werkzeuge bieten wir, um Fake News zu erkennen? Gelingt es uns, Jugendlichen die Informationswelt jenseits von „Filterblasen“ zu zeigen und sie trotz der Effektivität der Digitalisierung für analoge Informationsformate (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften) zu interessieren? Können wir für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten sensibilisieren und können gelernte Umgangsformen aus dem Schulalltag auch auf Internetkommunikation übertragen werden (Netikette)?

Andreas Bergemann
Fachbereichsleiter Gesellschaftswissenschaften